Kompetenz Schiene

Der umweltfreundliche Verkehrsträger Schiene und die Möglichkeit der Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene sind seit vielen Jahren Bestandteil politischer „Sonntagsreden“. Der Zustand des Schienennetzes ist aber inzwischen so schlecht, dass z.B. im Personenfernverkehr die Züge eine Pünktlichkeit von noch ungefähr 60% haben, wobei ausfallende Züge gar nicht mitgerechnet werden.

Im Schienengüterverkehr ist der sogenannte Einzelwagenverkehr nur durch entsprechende Förderprogramme unterstützt noch durchführbar, dem Massen- und Schwergutverkehr mit lukrativen Ganzzügen bricht die Nachfrage ein. DB Cargo betreibt inzwischen weniger als 50% der Güterverkehre auf dem deutschen Schienennetz, muss aber ab 2026 die Eigenrentabilität gemäß europäischen Anforderungen nachweisen.

M-Five untersucht die zugegebenermaßen schwierige Entwicklung der Schiene seit vielen Jahren mit verschiedensten wissenschaftlichen Ansätzen:

Grundlage sind Prognosen zum Verkehrsaufkommen der Bahn mit dem systemdynamischen Modell ASTRA. Dieses berechnet für verschiedene Sektoren der Volkswirtschaft, z.B. Bevölkerung, Wirtschaft, Energie, Fahrzeugflotten etc. jahresweise aktuelle und zukünftige Zustände. Dabei können Maßnahmen und Entwicklungen innerhalb der einzelnen Sektoren implementiert, berechnet und bewertet werden. Dieses Modell kommt u.a. auch bei den Treibhausgas-Projektionen 2025/2026 des Umweltbundesamtes (UBA) zum Einsatz (Projektion 2026).

Ausgehend von diesen Prognosen hat M-Five für die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) und auch den Expertenbeirat Klimaschutz in der Mobilität (EKM) Abschätzungen zu den maximalen Beiträgen der Schiene zur Erreichung der Klimaschutzziele für verschiedene Zeithorizonte berechnet, durch Elektrifizierung des Betriebs im deutschen Netz und durch Verlagerung der Verkehrsnachfrage von der Straße auf die Schiene. Dabei wurden zahlreiche Instrumente wie Förderung der Trassenpreise, Förderung verschiedener Betriebsarten, Auswirkungen des Deutschlandtickets sowie die Wechselwirkungen mit der „Elektrifizierung der Straße“ berücksichtigt.

Eine Gesundung der Schiene und ihres Betriebs bedarf der entsprechenden Finanzen. Im Zusammenhang mit der Aufstellung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität haben wir den Finanzbedarf der Schiene für Erhaltung, Neu- und Ausbau und Rollout von neuer Sicherungstechnik bis 2050 abgeschätzt und verschiedene Investitionsstrategien (Erhalt vor Neubau etc.) analysiert.

Zum Portfolio von M-Five für die Schiene gehören darüber hinaus die Bewertungsmethoden wie sie z.B. bei der Bundesverkehrswegeplanung für den Sektor Schiene zum Einsatz kommen. Auch wurden von uns Verkehrsmarktstudien für zwei der europäischen Güterverkehrskorridore (RFC) erstellt: Atlantik-Korridor von Mannheim bis Lissabon sowie ehemaliger Rhein-Alpen-Korridor von Rotterdam bis Genua. Für die Europäische Kommission hat M-Five die Wirkungsfolgenabschätzung für die Revision der Leitlinien für den Aufbau eines trans-europäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) geleitet und begleitet seit 2016 den Auf- und Ausbau des Atlantik-Korridors.